Dienstag, 8. Dezember 2015

Atlantis Dunapark, Corralejo, Fuerteventura - der Speisesaal

Details und Abenteuer rund um das Hotel

in Ergänzung zur Bewertung auf unserer Reiseseite TimeTraveler911.com
Damit es nicht ganz ohne Fotos ist - hier eine Satellitenansicht von GoogleMaps.
Das gesamte Buffet nur noch als unappetitlich durchstocherte Restbestände vorhanden. Aber wir waren ja spät dran; dachten wir zumindest am ersten Abend.

Es hat sich aber in den 11 Tagen unseres Aufenthalts nicht viel geändert. Egal zu welcher Uhrzeit wir im Speisesaal eintrafen, es wurde gedrängelt, geschoben und geschubst. Bereits in der ersten halben Stunde vom Zeitpunkt der Öffnung des Speisesaals gab's nur noch Restbestände, die nur äußerst selten, wenn überhaupt aufgefüllt wurden. Frische Salate gab's nur pünktlich bei der Öffnung. Wer also frisch essen wollte, musste pünktlich sein.

Buffet am Abend 

Die Speisen selber waren allesamt nicht berauschend. Man musste unterscheiden zwischen fertigen Eintöpfen - egal ob Geschnetzeltes, Gulasch, Ragout, alle sahen äußerst ähnlich aus. Ob sie auch so geschmeckt haben, kann ich nicht sagen. Ich hab sie nicht probiert.

Dann gab's ein paar Gefäße mit überbackenem oder einfach nur gedünstetem Gemüse. Der gebackene Blumenkohl war der einzige, der wirklich schmeckte, aber 11 Tage lang Blumenkohl?

Dann gab's noch das vor dir frisch zubereitete Fleisch. Es gab stets drei Fleischsorten, darunter immer ein Fisch. Das einzige Fleisch, das mir wirklich geschmeckt hat, war das Lamm. Aber 11 Tage Lamm?

An der Frischetheke (so nenne ich mal die Stelle, wo das Fleisch frisch zubereitet wird) gab's auch Rollbraten.

Der Schweinerollbraten war total fett und die Kruste gummiweich. Der Kalbsbraten hatte eine chemisch aussehende rosa Färbung. Habe bei keinem der Gäste auch nur ein Stück im Teller gesehen und gegen 21 Uhr als wir gingen war der Braten noch unangetastet. Zwei Tage später war in einem der frischen Salate etwas Rosafarbenes in kleine Stücke geschnitten. Diesen Salat habe ich ausgelassen, denn es war der einzige, der auch noch um halb 9 komplett da war.

Einmal sind wir etwas später zum Essen gekommen - so gegen 20 Uhr. Bei den großen Salaten waren zwei komplett leer, wurden aber nicht mehr aufgefüllt, obwohl das Buffet noch 1,5 Stunden offen war. Bratkartoffel waren auch fast alle. Die wurden eine halbe Stunde später aufgefüllt - da war ich aber schon satt.

Jeden Morgen am Buffet

Gleich am ersten Tag war das gesamte frische Obst - bis auf die Kiwi, die waren allesamt weich und angeschlagen - frisch, was aber so nicht bleiben sollte. Die Kiwi wurden mit der Zeit besser, dafür aber das restliche Obst schlechter. Orangen und Grapefruits hatten immer diese trockene Haut an der Oberfläche und die Wassermelonen waren fast immer angeschlagen und schmeckten an diesen Stellen bereits sauer.

Warme Getränke - Kaffee und heißes Wasser für Tee gab's aus einem Automaten. Der Kaffee war OK.

Gekühlte Säfte zum Frühstück gab's ebenfalls aus einem Automaten, der das Pulver mit dem Wasser ganz frisch mischte, sogar so frisch, dass der Nachfolger meistens noch was vom Pulver des Vorgängers mit dabei hatte. Der O-Saft auf der linken Seite war nur gefärbtes, nach nichts schmeckendem oder riechendem Wasser. Das Gemisch, das aus dem zweiten Knopf für O-Saft, der in der Mitte der Auswahl war, kam, schmeckte wenigstens etwas nach Orangen. Die anderen Säfte - Apfel oder Mehrfruchtsaft - habe ich nicht probiert. Nach der Anzahl der Gläser, die mit trübem Wasser gefüllt, neben dem Automaten standen, war das wohl auch nicht zu empfehlen. Anscheinend war der O-Saft der einzige, der keine Rückstände von anderen Säften mitbekam, dafür aber an andere abgab.

Es gab mehrere Müslisorten, Körner, Dörrobst die man mit Milch oder Joghurt mischen konnte. Ich habe die Milch vorgezogen. Früchtejoghurts mag ich zu meinem Müsli nicht und einen Naturjoghurt habe ich nicht entdeckt. Der Honig - den wollte ich eigentlich gegen die Halsbeschwerden, welche ich durch eine nicht abschaltbare Klimaanlage bekommen habe, nehmen - war so dünnflüssig, dass ich nach nur einer Scheibe Brot zum Händewaschen musste. Ich fand ihn überall, bis hin zum Ellbogen.

Obst gab es auch als Kompott aus der Dose, hat sich allerdings auf abwechselnd Pfirsiche, Birnen und Aprikosen beschränkt. An dieser Stelle unterhalb der Theke war Dörrobst, Staub und Dreck. Am nächsten Tag war das immer noch da.

Es gab insgesamt 4 Käsesorten - 2 x Frischkäse und 2 x Schnittkäse - alle Sorten schmeckten gut. Bei der Wurst habe ich mich auf die Chorizzo beschränkt. Der Rest sah wieder unnatürlich chemisch gefärbt aus. Da die Wurst direkt neben dem Toaster lag und nicht gekühlt war, traute ich mich nur an die Salami, die gegen Wärme etwas weniger empfindlich ist. Schwitzwasser ist auf den Platten und der Aufschnitt liegt direkt im Wasser.

Es gab Würstchen, von denen ich nicht genau wusste von welcher Sorte die waren, gebratene Speckstreifen, die nur so von Fett trieften, einige Frühstücksmischungen von Erbsen, Bohnen, Fleischstückchen oder was auch immer, die vorrangig von den britischen Gästen bevorzugt wurden. Alles war viel zu fett und unansehnlich - weil wohl jeder schon mal darin gestochert, es sich aber letztendlich doch überlegt und nicht genommen hat.

Die Eier auch ein Thema für sich. Das Rührei, falls es mal welches gab, war total trocken und mit braunen Rändern. Die frisch gemachten Omeletts (nur aus Rührei ohne Zutaten) und die Spiegeleier waren zwar auch recht fett, aber sie schmeckten wenigstens gut. So landete ich jeden Morgen bei Spiegelei oder Omelett und Käse, bis auf den einen Tag, da die Person, welche für die Spiegeleier zuständig war, über 15 Minuten nicht auftauchte. Eine Viertelstunde auf Spiegeleier warten, wollte ich auch nicht.

Das Brot und die Semmeln hingegen waren allesamt gut.

Die Bedienungen

Auch ein Thema für sich, aber kein besonders schönes.
Am Tag unserer Ankunft wurden wir von einer sehr netten, jungen Dame bedient. Sie war schnell, freundlich und äußerst hilfsbereit. Sie kam mit uns ins Gespräch und sie stellte sich namentlich vor und fragte auch uns nach unseren Namen. Wir fühlten uns wenigstens einmal aufgehoben in diesem Hotel ... es sollte aber nur solange dauern, bis wir ein Trinkgeld für die Service-Kasse im Speisesaal hergegeben haben. Unsere Bedienung wurde in die Küche verbannt und durfte uns den Rest der Zeit nicht mehr bedienen. Sie war aber die einzige die ziemlich gut englisch gesprochen hat, so dass man sich verständigen konnte. Alle anderen sprachen nur wenige Worte über den Namen des Weins den wir auswählten und auch das Wasser orderten wir bereits in Spanisch - con oder sin gaz.

Übrig geblieben sind ein paar Beißzangen, die ihre Arbeit nicht koordinieren können und teils kopflos umherirren.

Eine Blonde mit Wuschelkopf sing immer, hat eine tiefe Männerstimme, ist flott und freundlich, aber auch nur zum Abräumen und Saubermachen da. Ein Mann ist dabei, der schwitzt ist hektisch, versucht aber freundlich zu bleiben, versteht kaum was wir wollen. Eine weitere Frau mit gestreifter Bluse, hat wohl ihr Lächeln verkauft, denn in der ganzen Zeit habe ich ein einziges Mal nur den Anschein eines Lächelns über ihr Gesicht huschen sehen. Den Befehlston hingegen hatte sie recht gut drauf.

Eine weitere geht so steif durch die Gegend, als hätte sie einen Besen verschluckt. Die kam erst nach der Vorspeise und fragte uns nach Getränken. Normalerweise wird ein Zettel mit unserer Zimmernummer an die Flasche geklebt, weil uns eine Flasche für zwei Abende reicht. Erst bekamen wir den Aufkleber mit der Zimmernummer, dann kam das Wasser, danach der Wein, den sie uns noch eingeschenkt hat. Den Aufkleber aber hat sie einfach da liegen lassen. Ich habe ihn von der Folie nicht lösen können. Ich bekam Hilfe von einer weiteren Bedienung, aber die restlichen Tage bis zu unserer Abreise wurden wir mit launischen Bedienungen konfrontiert. Unsere Bewertung hatten wir leider schon abgegeben. Die wäre noch schlechter ausgefallen.

Adi, unsere Lieblingsbedienung, verhielt sich auch recht komisch, so als hätte ihr jemand gesagt, dass sie sich von unserem Tisch fernhalten sollte. Sie war rein geschäftlich, räumte unseren Tisch ab und sagte kaum noch ein Wort.

Gottseidank war es nur das Hotel, das uns versuchte den Urlaub zu vermiesen. Der Rest war wunderschön.
Ich musste aber erst das Unschöne loswerden, damit ich dann dem Schönen und Angenehmen in vollen Zügen frönen kann.

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